Profi Kollektion

Profi Kollektion ist das Ensemble der Bildenden Künstlerin Katja Kämmerer und dem Regisseur und Dramaturgen Jan Deck aus Frankfurt. Seit 2003 haben wir in unterschiedlichen Zusammenhängen gemeinsam Projekte zwischen Theater und Performance realisiert. Seit 2006 arbeiten wir unter diesem Namen.

Profi Kollektion bearbeitet gesellschaftliche Themen mit künstlerischen Mitteln. Im Blick unserer Arbeiten ist zumeist die Rolle des Zuschauers und seines Blickes auf die Performance. Wir schaffen Räume jenseits der klassischen Theatersituation. Ohne die Zuschauer zum aktiven Mitmachen zu zwingen sind sie an unseren Projekten nie unbeteiligt. Wir setzen sie gezielt Täuschungsmanövern aus und zwingen sie somit dazu, festgefügte Denkstrukturen und gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

2004 haben wir mit Cornelia Schlothauer, Eva Schmidt und Annette Meier unter dem Namen Isochrone zwei Projekte realisiert: Zum einen I spy with my little eye, eine Performance im öffentlichen Raum auf der Konstablerwache, die sich mit dem Thema Überwachung auseinander setzte. Zum anderen Instant Hope in den Räumen der temporären Galerie Instant in der Schäfergasse. Hier wurde auf verschiedenen Ebenen ein „Jahrmarkt der Hoffnung“ inszeniert, der sich mit der (Ver)Käuflichkeit menschlicher Hoffnungen beschäftigte.

2005 folgte InVitro_3742, eine Performance in der Naxoshalle gemeinsam mit der Künstlerin Karin Marie Rank (unter dem Label Deck/Rank/Kämmerer). Bei dieser Performance ging es um Wissenschaft als Glaubenssystem. Das angeblich letzte Band einer verstorbenen Wissenschaftlerin, welches die Zubereitung einer Substanz zur Rettung der Menschheit beschreiben sollte war Inhalt des Stückes. Die Performance bestand aus angeblich wissenschaftlichen Vorträgen und der Umsetzung dieses Experimentes nach den Anweisungen auf Band.

2006 wurde Kohlmanns letzte Reise unter meiner Regie in der Naxoshalle aufgeführt wobei Katja Kämmerer für Bühne und Lichtkonzeption verantwortlich war. In diesem Stück ging es um den Rentner Kohlmann, der sein Lebensende an eine Fernsehshow verkauft hat, weil man ihm versprochen hat, den schönsten Moment seines Lebens zu suchen, und er diesen nach seinem Tode wie ein ewiger Loop immer wieder erleben werde. So erzählt Kohlmann vor den Zuschauern aus seinem Leben, spielt mithilfe der AssistentInnen des Moderators immer wieder Szenen aus einem Leben durch, doch er erweist sich als schwieriger Kandidat, denn er hat mit seinem auf Effektivität ausgerichteten Leben alles getan, um seine Mitmenschen abzuschrecken. Mit der Zeit erweist sich auch die Show als billige Schmierenkomödie.

Zu Beginn der Arbeit mit Poppy's Monster fand in 2007 auf Einladung des Bündnisses gegen Depression Darmstadt im Mollerhaus ein Preview bzw. eine work-in-progress-Aufführung vor vorwiegend Fachpublikum zum Thema Depression statt. Diese erste Präsentation war Anlass dazu, trotz gutem Feedback das Konzept grundlegend zu überdenken, sodass das Stück nun ein komplett anderes wird.